Buch - und Kunsthandlung - Lange Gasse 5 - 72070 Tübingen
2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 
Schreibwettbewerb >> 2011

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

den Preisträgerinnen und Preisträgern des
8. Schreibwettbewerbes für junge Menschen 2011

Die anwesenden Preisträger v.l. Cora Freund (2.Preis /AGI), Sabrina Emma Döbel (1.Preis /AGI), Johanna Herdtfelder (3.Preis /AGII) und Jonas Lietz (2.Preis AGII) Preisträgerin Sabrina Emma Döbel mit Moderator Anselm Fliethmann Preisträgerin Cora Freund mit Ihrem Vater Laudatio von Eva Christina Zeller für Iris Keller (auf dem kleinen Foto), welche ihren 1. Preis nicht selbst in Empfang nehmen konnte

Altersgruppe I / 16 – 20 Jahre

1. Preis
Sabrina Emma Döbel - 1993
Verknüpft mit Sommerregen, violett bemalt

Die Abiturientin Sabrina Emma Döbel aus Heidelberg freute sich überschwänglich über ihren ersten Preis in der jüngeren Altersgruppe. Sie beschreibt in "Verknüpft mit Sommerregen, violett bemalt" den Verlust der Heimat durch einen "radikalen, selbstausgeführten Schlag". Hierzu Wolfgang Hinz-Rommel von der Diakonie in seiner Laudatio: "ein Mann wird aus dem Gefängnis entlassen. Alles hat sich verändert. Er ist fremd geworden. Ein Fremder. Er selbst, der keine Heimat mehr hat" und weiter "Fremd kann man auch im eigenen Land werden. Auch das ist eine wichtige Erkenntnis".


2. Preis
Cora Freund - 1992
Alles klar wie Kloßbrühe

Der zweite Preis ging ebenfalls nach Heidelberg, an die Studentin Cora Freund. Ihre Geschichte "Alles klar wie Kloßbrühe" dreht sich um Melek, ein aufgewecktes blitzgescheites Mädchen, welcher auf Grund ihrer türkischen Herkunft eine Gymnasialempfehlung verweigert wird. Dazu die Preisträgerin: "Die Geschichte bedeutet mir sehr viel, da sie doch aus verschiedenen Elementen meiner persönlichen Erfahrung zusammengebaut ist".

Altersgruppe II / 21 - 25 Jahre

1. Preis
Iris Keller - 1988
Komplementärkontrast

Iris Keller, die Siegerin bei der älteren Altersgruppe konnte leider nicht anwesend sein, hatte sie doch erst vor vier Wochen ihr Traumstudium an der französischen Puppenspielhochschule in Nordfrankreich begonnen. Sie setzt sich in ihrer Geschichte "Komplementärkontrast" auseinander mit der Frage: Wie verständigen sich zwei Menschen mit Hilfe der Sprache? Noch dazu, wenn sie nicht über die gleiche Muttersprache verfügen? Was siehst du also, wenn ich rouge sage oder red oder rojo?

In ihrem Dank schreibt sie: "Ich bin sehr bewegt davon, dass die Jury meinen Text verstanden hat, dieses unerklärliche Heim- und Fernweh gefühlt hat und mir diese Anerkennung zukommen lässt".


2. Preis
Jonas Lietz - 1989
Anleitung zur Umsiedlung

Der zweite Preis ging an Jonas Lietz und er meint "Zuhause in der Fremde, das bin ich hier in Tübingen, denn ursprünglich stamme ich aus dem sächsischen Großschönau". Seine Geschichte "Anleitung zur Umsiedlung" besteht im Grunde genommen aus drei Geschichten, drei Leben, drei Sichtweisen. Kunstvoll hat er drei neue persönliche und lebendige Perspektiven zum Thema, der Fremde, vorgestellt und das alles miteinander verflochten mit einer biologischen Anweisung zur behutsamen Umsiedlung von Ameisen. Und so beginnt seine Geschichte: "Man kann sie umsiedeln, ja. Hunderttausende. Das ganze Volk".

 

3. Preis
Johanna Herdtfelder - 1985
Wir gehen nach Freudanien

Der dritte Preis wurde dieses Jahr gleich zweimal vergeben und zwar an Johanna Herdtfelder für ihren Text "Wir gehen nach Freudanien". Aus dem Blickwinkel von deutschen Auswanderer, die ins verheißungsvolle Freudanien auswandern, beschreibt sie deren Erlebnisse als Migranten. Ein reifer Text. Ein witziger Text. Ein pfiffiger Text. Ein Text mit literarischen Traditionen, so war sich die Jury einig.


3. Preis
Marc Lange - 1986
Punkarella

 Weiterer dritter Preisträger wurde Marc Lange mit seinem Text "Punkarella". Er schreibt von seiner Geschichte: Mein Text ist autobiografisch, die Ereignisse tatsächlich so passiert. Ich wollte das Erlebte niederschreiben und damit aufzeigen, wie vollkommen leer und verloren ein Mensch sein kann, der sich nirgendwo sicher und zu Hause fühlt. Seine Sprache verwandelt Gedanken in Bilder die am Ende der Galerie in eine Berührung münden: "Ich will nur irgendwo willkommen sein" ist letztlich die sprachliche Übersetzung von Fremdheit in der Heimat.